Mittwoch, 2. April 2008

Akzente setzen

Da ansonsten nicht allzuviel passiert ist, erzähle ich euch heute mal einen generellen Schwank aus meiner austrlischen Jugend. Eigentlich ergibt sich diese Situation fast jeden Tag: Dass ich nicht mit Englisch aufgewachsen bin, lässt sich beim Sprechen ja absolut nicht verstecken. Ich rede mit Akzent und das ist auch gut so...Identität und Zeuch....;-). Schließlich trifft man hier auch Menschen, die vor 50 Jahren emmigriert sind, und dennoch ihre Herkunft in jedem Satz mitartikulieren. Das ist halt einfach so, den Akzent legt man nicht ab (oder eben nur sehr schwer, sag niemals nie). Lustig wird es immer dann, wenn ich als "Ausländer" identifiziert werde und es darum geht, herauszubekommen, woher ich denn genau komme. Nachdem ich lange Zeit immer brav sofort Rede und Antwort zu meiner Abstammung getanden habe, lass ich es jetzt doch drauf ankommen, insbesondere bei den Gästen im FOX. Meistens sehe ich den Leuten ja schon am Gesicht an, was jetzt gleich wieder kommt. Und Tatsache: "Where are you from?" oder "Where is this lovely (ja, lovely!!! ;-)) accent from?" sind dabei die Fragen des Tages, jedes Tages. Einmal ist damit mindestens zu rechnen! Dieses Quiz geb ich gern zurück und bin schon jedesmal auf die Antwort gespannt. Und hier die Top-Drei-Antworten:

  1. Frankreich (oui oui, bien sur, ihr Experten ;-))
  2. Irland (das erst seit Neuestem, aber da bin ich besonders stolz drauf, ist schließlich ein Native-Land ;-))
  3. Irgendwo in Skandinavien

Und richtig: Deutschland ist nicht dabei, zumindest nicht bei der Hitliste. Ansonsten höre ich auch öfter mal "Südafrika", seltener sind auch osteuropäische Staaten genannt. Manchmal wird auch gar nicht erst abgewartet sondern gleich in die Vollen gegangen: "Aus welchem Teil von Frankreich bist du denn?" - "Dem deutschen!" Kurze Perplexion, dann freuen sich meist alle wieder. Sobald meine Tarnung aufgeflogen ist, drehen manche so sehr auf, dass sie mir erstmal jedes Wort, was sie je in deutsch gewusst haben, an den Kopf werfen. Da darf dann natürlich mit Lob nicht gespart werden, schließlich hat das alles Auswirkungen aufs Trinkgeld *zwinkerzwinker*. Inzwischen wird sogar mit mir Geld gemacht, da letztens wirklich eine Wette auf meinen Kopf lief. Mama Gast war dabei mal wieder auf dem Franzosen-Holzweg, Telefon- und Publikumsjoker standen nicht zur Verfügung, und so musste sie ihrem Sohn, der in etwa mein Alter war, 10 Dollar abdrücken. Er hatte von Vorneherein auf Deutschland getippt. Hach, da ist es doch schön als Botschafter meiner Nation selbst australische Familien einander näher zu bringen :-). Jetzt muss ich aber mal los zur Schicht: Mal schauen, wo ich heute wieder her bin...;-)

Passend zum Thema und immer wieder ein Genuss: Reinschauen


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