Bevor ich mich endgültig in das Osterwochenende verabschiede, möchte ich nicht versäumen, mit euch das aktuellste Abenteuer meiner Down-Under-Identität zu teilen: Der Karfreitag oder - englisch - Good Friday! Wie zu allen anderen Public Holidays, was macht man in Australien? Natürlich, ein BBQ! Dieses fand diesmal in Jindalee (wieder ein Aboriginee-Begriff, hab aber vergessen was es heißt oder habe es vielleicht auch nie gewusst ;-)) bei Kristen zu Hause statt. Man will ja nicht mit leeren Händen kommen und so war gegen elf zunächst Salat-Schnippeln bei mir angesagt. Danxia und Miguel waren auch fast pünktlich mit nur einer halben Stunde Verspätung ;-). Das wurde natürlich gefeiert und die erste Flasche Wein musste dran glauben. Lecker Sauv Blanc aus Neuseeland...ist schließlich Feiertag und da muss man sich auch mal was gönnen! Mit mehr Wein, großer Salatschüssel, sonstigen kulinarischen Köstlichkeiten und ner Flasche Wodka sind wir anschließend zum Bus, um das weitere Brisbane unsicher zu machen. Pünktlich um eins standen wir bei Kristen im Garten. Großes Hallo und mehr Wein, zudem noch Schokolade. An dieser Stelle sollte ich wohl erwähnen, dass ich abgesehen von ner Schüssel Müsli noch nix weiter zu mir genommen hatte ;-). Da wir immer noch auf Andrea (Studienkollegin von Kristen) warten mussten, ging's erstmal mit Käseplatte und mehr Wein weiter. An dieser Stelle bin ich zunächst auf Wasser umgestiegen. Dann endlich: Alle da zum Grill-Anwerfen....Njom, was hatte ich Kohldampf. Aber es war ja auch wirklich mehr als genug da:

Nach dem opulenten Mahl bin ich erst mal ins Suppenkoma gefallen. Dafür war allerdings gar nicht lange Zeit, schließlich musste eine Wahnsinns-Erfindung getätigt und entsprechend gewürdigt werden:

Die Doppelstock-Hängematte! Nachdem jeder mal in allen nur denkbaren Zusammenstellungen posiert hatte (hier gerade Kristen - oben, und Danxia plus Miguel), wurde sich wieder auf das Wesentliche konzentriert und weiter genascht und getrunken. Irgendwann war dann wirklich Pause angesagt und Rebecca brauchte ihren Nana-Nap (der Nachmittagsschlaf, der eigentlich nur Großmüttern zusteht ;-)). Das hat mich ganz schön hingerafft, aus einem kleinen Nickerchen wurden zwei Stunden Tiefschlaf. Den hätte ich sicher auch nicht von alleine aufgegeben, wenn mich Danxia und Kristen nicht geweckt hätten. Mit 'nem Cocktail und Schokokuchen inklusive Eiscreme!!! Nach dem Imbiss (und dabei meine ich mehr den flüssigen Part) war Rebecca wieder im Spiel. Noch ein weiteres Mixgetränk und wir hüpften im Wohnzimmer zu den "Besten Singles aller Zeiten" umher, stets in Kommunikation mit einer weiteren Partygruppe, die zur gleichen Zeit ihre Einzugsfeier hielten (auch Sklaven des Fox). Gegenseitige Überzeugungsversuche, dass der eigene Schwof doch der bessere wäre und die jeweils andere Gemeinde gefälligst übersiedeln sollte, scheiterten zunächst kläglich. Bis WIR uns dann doch aufrafften - nachdem uns eine Kletterwand, ein Limbowettbewerb und ein Lama versprochen wurde. Also Taxi bestellt und eine halbe Stunde durch Brisbanes Vororte geirrlichtert. Ich war an Orten, die ich vorher nichtmal auf der Karte gelesen hatte. Angekommen, war die Party schon ziemlich am Ende, oder möglicherweise nie besser gewesen. Von den angepriesenen Highlights kein einziges zu finden.....Mist, ich hätte ahnen müssen, das der Limbo-Wettbewerb von ganz schön weit hergeholt war :-). Stattdessen einige betrunkene Kids, die Stuss genölt haben und Anime-Videos - mit der Musik von Daft Punk unterlegt - angestarrt haben. Die Playstation-Zeit war leider schon vorbei, verdammt, dabei hatten sie so ein Gitarrending. Das hätte der Rebecca sicher Spaß gemacht. Naja, nach meiner Einschätzung, dass ich da wohl nicht mehr viel verpasse, habe ich Danxia (die hatte schon ne halbe Stunde eher aufgegeben) gesucht, und ihr beim Schlafen in einem der neueingeräumten Zimmer Gesellschaft geleistet. Irgendwann wurde dann entschieden, mit dem Taxi den Heimweg anzutreten. Das gestaltete sich als letzte große Herausforderung, nachdem Miguel so betrunken war, dass er zahlreiche Cabs lallend in die James Street, Corrinda beordert hat, wir aber weiterhin taxilos auf dem Bürgersteig der Jones Street in Corina rumlungerten. Wir hatten wohl Glück, irgendwann kam zufällig eines vorbei...und los ging es nach West End. Dort angekommen hieß es Abschied nehmen und ich bin alleine die letzten Meter heimgetappert...in meinem Tran natürlich straight in ein Spinnennetz, das mühsam von Baum zu Zaun über den Bürgersteig gespannt war. Ich weiß nicht, wer mehr erschrocken war: ich oder die ca. 9 cm große Spinne, die sich in meinem Gesicht wiederfand. Wild fuchtelnd konnte ich die Situation innerhalb von Millisekunden retten. Ihr glaubt gar nicht, wie reaktionsschnell man plötzlich sein kann, den Tod....oder so....vor Augen ;-). Daheim noch fix Füße gewaschen, da diese durch die ganze Barfußgelauferei (auch eine Eigenart der Australien) nicht kompatibel mit meiner weißen Bettwäsche waren und ab in die Heia. Ich kann wohl behaupten, dass ich an diesem Abend mal wieder - wie so oft in den letzten Monaten - mit einem Lächeln im Gesicht eingeschlafen bin.
1 Kommentar:
Hallo Rebecca,
es ist wirklich immer ein wahrer Genuss, deine Geschichten zu lesen. Ich lache mir jedesmal einen ab hier und alle in meinem Buero denken sich...Oh, jetzt geht dat wieder los...des Schaninchen am Lachen.
Kommentar veröffentlichen