Tja, die 70er....leider ja rein geburtstechnisch an mir vorbeigegangen, wie schade...oder auch nicht, kann man sehen, wie man will. Aber es ist wohl nie zu spät, die Vergangenheit nachträglich zu celebrieren ;-). Gerade wenn diese einige großartige Eigenarten bereithält. Also habe ich mich die letzten Tage in meine Zeitkapsel begeben...und auf zu neuen Abenteuern. Los ging das ganze Spektakel am Sonntag: Gegen vier am Nachmittag sind Kathy und ich abgedüst Richtung Kyogle. Fantastische Zeit aufgrund der schönen Abendstimmung. War schon sehr spannend, da auf dieser Strecke vor drei Monaten noch eine Mega-Flut gewütet hat und die Zeichen der Zerstörung waren durchaus noch sichtbar. Wo rohe Kräfte walten....Dreieinhalb Stunden später (wobei eine Stunde der Zeitverschiebung zuzuschreiben ist, tsis...wie gesagt: Zeitreise ;-)) waren wir schließlich in Kyogle. Takeaway vom China-Mann, Flasche Wein und die Gesellschaft von Kath, ihrer Mama, Schwester Debbie und deren jüngsten Sprosses (Jacob).....netter, ruhiger Abend, der vor der Glotze endete: Der erste gute australische Krimi, den ich bisher gesehen habe, mit Setting in den Blue Mountains...sehrsehr nett. Achja, darf hier natürlich nicht vergessen, einen weiteren Hausgenossen zu erwähnen. Hardy (von mir am zweiten Tag getauft), die
Huntsman Spider. Erst ist sie mir gar nicht aufgefallen, um so erschrockener war ich dann auch, gerade nach den Erlebnissen am Abend zuvor. Ein massives Viech, dass mich da von der Küchenwand anstarte...neben Respekt brachte ich dem armen Ding allerdings mehr Mitleid entgegen: Der gute Hardy hatte nur noch fünf pelzige Beinchen bei sich, sicher auch einer der Gründe, warum er sich die ganze Zeit meines Aufenthaltes nur max. 1,5 Meter von der Stelle bewegt hat. Ich habe hier mal ein Bild fürs Familienalbum mit Referenzobjekt:

Huah, war schon komisch, das Feuerzeug aufzustellen. Man weiß ja nie, wann diese Spinnen versuchen, einen Menschen zu attackieren, um "lang anhaltende Schmerzen, Entzündung, Kopfschmerzen, Erbrechen und unregelmäßigen Puls (Wikipedia)" zu hinterlassen. Also wurde vor dem Schlafengehen auch noch mal genauestens jeder Winkel durchsucht und die Tür zur Küche sorgfältig geschlossen :-). Am nächsten Tag konnte ich mir dann endlich ein Bild von Kyogle bei Tageslicht machen. Und was soll ich sagen? Wenn man an bestimmten Orten nicht tot überm Zaun hängen will, dann ist Kyogle mit Sicherheit auf dieser Liste. Und ich dachte, Mihla ist tot ;-). Die Einwohnerzahl ist in etwa identisch, aber hier verteilt sich das natürlich auf eine ganz andere Fläche....bis zur nächsten "größeren" Stadt sind es 50 Kilometer.

Landschaftlich ist es allerdings ganz hübsch, das muss man ja sagen. Den Tag haben wir mit Spaziergang, Essen, Trinken und simpler Gammelei verbracht. Vor dem Abendessen dann noch mal kurz zum "Barhopping" in die beiden Pubs und zurück, wo Mama Wall schon mit lecker Dinner wartete. Roast zum Ostermontag, njom. Das war es dann auch schon zum Thema Hinterland-Erfahrung in Kyogle, am nächsten Morgen wurde nur noch gefrühstückt und die Heimreise angetreten...mit Zwischenstopp in Nimbin. Und dieses Örtchen ist nun wirklich in den Siebzigern hängengeblieben. Hippies und wilde Kunden wohin man sieht. Angenehm :-). Nach 'ner halben Stunden hatten wir dann alles gesehen und waren den Geruch von Räucherstäbchen leid. Zurück in die Zivilisation, Kathy musste am Nachmittag ja wieder zur Arbeit.

Mit diesem Punkt habe ich dann auch die nächsten Tage gefüllt. Das großartige Finale des Ausflugs in die wilden 70er war dann der gestrige Abend. Auf Einladung von Christian (der Gute!) pilgerten wir auf den Spuren CCRs zum John Fogerty Concert ins Entertainment Center. Es war spitze, wenn auch das seltsamste Konzert, bei dem ich je war. Erstmals war ich gezwungen, einen musikalischen Abend im Sitzen zu verbringen, was echt Folter war. Nicht ein einziger Stehplatz und das bei Musik, die betanzt werden MUSS!!!! Weird. Aber handwerklich gesehen wohl einer der besten Auftritte die ich je gesehen habe (von Don McLean - dem CoStar - mal abgesehen, der war gut bei American Pie aber den Rest konnte man so ziemlich sein lassen). John Fogerty dagegen hat gerockt...und das von der ersten Sekunde. Gitarrengott sag ich da nur! Der hat eine Energie auf der Bühne...und das mit 62! Wahnsinn.

Dylan, Louise, Christian und ich konnten ihm gar nicht genug huldigen auf der Heimfahrt. Tja, die alte Schule, die wussten noch, was Musik ist. Ganzganz toll. Im Juni kommt der Gute auch nach Deutschland (Berlin, Leipzig, Erfurt, Bonn, Stuttgart, Frankfurt, München): Wer also ein perfektes Konzert haben will, auf zum Ticketkauf. Ich würde selbst sofort nochmal hin, bin zu dem Zeitpunkt ja aber leider noch auf der anderen Seite der Welt! In diesem Sinne: Let's rock'n roll!!!
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