Dienstag, 13. November 2007

Blue Monday: Stradbroke Island

Endlich! Rebecca war auf Stradbroke Island und es war gigantisch. Dieses Abenteuer lässt sich kaum in Worte fassen aber ich kann wohl behaupten, dass der gestrige Tag alles in allem das Größte war, was ich bisher in Australien erlebt habe. Es hat einfach alles gestimmt. Aber mal der Reihe nach, wobei ich mit Sonntag anfange, als es an die Detailplanung ging. Wollte ja eigentlich am Abend mit Kathy ins Stadion zum Fußball. Leider hat das Wetter mal wieder dazwischengefunkt und wir sind stattdessen im Lock’n Load bei Barbeque und einigen Alkoholika gelandet. Auch schön! Das Kneipenhopping (Nebenbei: Ich liebe West End mit all den schnuckeligen Bars!) hat uns schließlich ins Pavillon geführt, kurze Zeit später war auch Mathilde am Start. Kathy hat sich bald darauf verabschiedet und es ging ans Eingemachte, wobei die Tour fast schon auf den letzten Metern am Wetter und dem Alkoholpegel gescheitert wäre. Aber nein, schlussendlich galt: Ein Bier, ein Wort!...und ab nach Hause zum Packen und in die Heia, schließlich war 7:15 Uhr die Richtzeit….Dann kam Montag, 6:00 Uhr früh, der Wecker nervt, der Blick nach draußen noch viel mehr: strömender Regen! Aber es sollte ja im Laufe des Tages besser werden…und ich vertraue bei solchen Aktionen grundsätzlich dem Wetterbericht. Total verpeilt haben Mathilde und ich dann den Zug Richtung Cleveland geentert, noch ohne den leisesten Schimmer, wie genial das alles wird. Unser Time-Management: Einfach großartig. Waren pünktlich um neun zum Übersetzen auf der Fähre und ab ging die Fahrt zum gelobten Land. Der Himmel war inzwischen aufgerissen und so präsentierte sich Straddie von Anfang an von seiner besten Seite. Gegen zehn standen wir vorm Hostel. Da das Einchecken vor zwölf nicht möglich war, haben wir erstmal unseren ganzen Kram an der Rezeption zwischengelagert und sind los zum Strand (Mörderstrecke von 150 Metern!!!!!). Was uns da erwartete….groß! Der Blick hat uns fast aus den Latschen gerissen, dass wir erstmal ein paar Minuten einfach nur zum Gucken rumsaßen, gefolgt vom Spaziergang am Strand – Richtung Cylinder Beach, der von Lifeguards bewacht ist, sicher ist sicher! – bis uns so heiß war, dass es kein Zurück mehr gab: Hinein in die Fluten. Das Wasser war herrlich, inzwischen war bei der Außentemperatur die 30 Grad Marke erreicht und die Wellen machten einen Heidenspaß. Wir mussten uns bei der ganzen Aktion immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass wir Mitte November haben, unglaublich! Anschließend fix Trocknen und ein wenig Chillen, danach wollten wir noch einen Blick hinter die Klippen neben dem Strand werfen und eigentlich zurück zum Hostel. Aber es kam ganz anders. Nachdem der Felsen erkraxelt und ein paar Fotos gemacht waren, kamen wir ins Gespräch mit Quentin. Als wir von ihm wissen wollten, welche Plätze zu empfehlen seien, hat er spontan angeboten, uns ein wenig die Gegend zu zeigen. Um das Bild, das ihr jetzt möglicherweise von ihm habt, ein wenig gerade zu rücken: Quentin ist 60 Jahre alt und im Ruhestand, nachdem er sein Leben lang für den Fernsehsender ABC Dokumentarfilme gedreht hat, lebt in Brisbane und kommt circa alle drei Monate nach Stradbroke, wo Freunde von ihm ein Haus haben. Dieser Mensch ist einfach einzigartig: Er erwies sich als großartiger Tourguide und wir haben fast den ganzen Tag mit ihm verbracht und uns prächtig unterhalten. Mit seinem Insiderwissen (und dem Auto ;-)), haben wir möglicherweise mehr von der Insel gesehen als viele Einheimische. Nach Frenchman’s Beach, Deadman’s Beach und Main Beach ging es auf den Gorge Rundweg. Ein Ausblick schöner als der nächste. Die ersten zwei Stunden waren im Nu um und unsere Kameras glühten vor Belastung. Da es bis zur Ebbe noch ein wenig Zeit war, machten wir für ne halbe Stunde bei ihm in der FeWo halt, haben Kaffee getrunken und Sandwiches verputzt, und anschließend hat er uns noch kurz zum Einchecken zum Hostel gefahren. Dann war es vier Uhr: Low Tide. Beste Gelegenheit für eine Allrad-Tour am Strand. Was ein Gaudi, Jeep auf Sand ist einfach unschlagbar. Nachdem der Flinders Beach unsicher gemacht war, ging es weiter mit der Inselrundfahrt – über die wildesten Pfade und durch Wasserlöcher bis zum Eighteen Mile Sumpf, ein Süßwassersee inmitten der Insel wie er klarer und idyllischer nicht sein könnte….und kein Mensch außer uns! Gegen sechs waren wir wieder am Hostel und keinen Schritt weiter damit, Quentin zu überzeugen, dass wir ihn im Ausgleich für diese Tour gerne zum Abendessen einladen möchten. Da war einfach nix zu machen: Er beharrte darauf, dass er unsere Gesellschaft genossen hat, eh nix anderes vorhatte und froh ist, wenn es uns gefallen hat. Zumindest konnten wir ihm die Mail-Adresse aus dem Kreuz leiern, um ihm nach Rückkehr Fotos zu schicken. Am Hostel haben wir dann erstmal kurz verschnauft und die ganzen Erlebnisse wirken lassen. Pünktlich zum Sonnenuntergang standen wir allerdings schon wieder Gewehr (in unserem Fall die Kamera) bei Fuß am Strand: immer noch traumhaft und menschenleer, dass wir ausgiebig umhertollen und rumposen konnten ;-). Der Hunger hat uns schließlich eingeholt und nach kurzer Dusche sind wir Quentins Rat gefolgt und zum Bowls Club gepilgert: Wie versprochen fanden wir dort gutes, billiges Essen…..und Quentin! :-) Als Trio wieder vereint haben wir den Abend mit Kalamari, Beer Battered Ocean Pride (lecker Fisch) und Wein zelebriert (zumindest da konnten wir Quentin überzeugen, ein Glas auf unsere Kosten mitzutrinken). Mehr war allerdings nicht drin, weil er immer noch mit dem Auto unterwegs war. Er hat uns schließlich vorm lokalen Pub abgesetzt und wir haben bei einem Jug Bier zu zweit auf alle diese großartigen Menschen, denen man hier überdurchschnittlich häufig begegnet, angestoßen. Zurück zum Hostel, mit den anderen Backpackern (Olaf aus Hannover, Marco aus Venedig und Richard und Sebastian aus Leiden) noch ein wenig geschnabbelt und getrunken und dann als krönender Abschluss des Tages noch ein letzter Ausflug zum Strand. Was ein Sternenhimmel! Sowas habe ich noch nicht gesehen! Schaut euch einen klaren Nachthimmel in Deutschland an und gebt noch mal genauso viele Sterne drauf….herrlich: Strand, über einem dieser Himmel und das Wellenrauschen: Ich hätte nicht das geringste Problem gehabt, am Strand einzuschlafen. Da wir uns dann aber doch nicht mit den Gezeiten anlegen wollten, haben wir vorm Hostel noch ne halbe Stunde gequatscht (naja, mehr der Promillezahl in uns Worte verliehen) und sind dann gegen dreiviertel zwei wie die Steine ins Bett gefallen, Augen zu und Ruhe, im Hintergrund das Rauschen der Wellen (ein Zimmer direkt am Strand ist echt was Feines, wobei wir auch dieses Mal Glück hatten und trotz des Vierbett-Zimmers zu zweit blieben: also auch keine Gefahr, dass fremdes Schnarchen die Geräuschkulisse vom Meer übertönt ;-)). Heute Morgen aufgewacht und wieder: Das Meer! Zusammengepackt, am Strand gefrühstückt, ausgecheckt und voller Erlebnisse zurück nach Brisbane, fest entschlossen, das bald wieder zu machen. Für Stradbroke gilt: Daumen hoch!

Die besten Schnappschüsse werden nachgereicht, ich treffe mich morgen mit Mathilde zum Datenaustausch. Hoffentlich ist dann auch unser Sonnenbrand ein wenig abgeklungen. Mathilde hat es noch schlimmer erwischt als mich, da es bei mir nur die Stellen betrifft, wo die Creme nicht hinkam. Ist jetzt in jedem Fall ein chaotisches Gesamterscheinungsbild mit zahlreichen Formen und Farben :-). Und auch ein wenig Autschi. Aber das war es wert.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hmm, macht mich irgendwie mißgünstig! :o) Schöne Grüße aus Stuttgart!