Tataaatataaa, melde mich zurück aus einem wirklich anstrengenden Wochenende. Alles in allem habe ich die letzten beiden Tage 19 Stunden gearbeitet. Was an sich aber auch nicht schlecht ist. Es kommt erstmal wieder Kohle rein und ich kann die nächsten beiden Tage voll und ganz genießen. Los ging’s ja am Samstag früh um acht im Cantina. Was soll ich sagen, der Job macht wirklich Spaß. Das Team ist supernett und lustig, die Atmosphäre entspannt. Da geht die Zeit echt gut rum, das Trinkgeld ist fair verteilt und die Bezahlung anständig. Außerdem kann ich das Cantina uneingeschränkt jedem Gast empfehlen. Zutaten frisch und lecker, alles sauber. Ein wenig anders gestaltet sich die Sache im Black Forest. Das war gestern Abend wie in einer Parallelwelt. Ich war ja schon gut eingestimmt, nachdem mir die Kollegen aus dem Cantina erzählt haben, dass der Chef dieses deutschen „Spezialitätenrestaurants“ vor einigen Jahren richtig Schlagzeilen gemacht hat, nachdem er einen Gast geschlagen hat. Weitere Umstände sind mir nicht bekannt, will ihn auch nicht fragen ;-), obwohl ich mit ihm eigentlich ganz gut zurecht komme. Bin ja die einzige weitere Deutsche da. Seine Frau ist dagegen nicht nur Chinesin sondern auch ein Biest. Liegt vielleicht daran, dass Richard (ihr Mann) mich wohl ganz gut findet. Aber auch alle anderen mault sie eigentlich nur an. Die Truppe dort ist ganz international, die Kellner kommen aus Italien, Kolumbien und Griechenland. In der Küche ist noch ein Mädel aus dem Iran und zwei Asiaten (habe vergessen vorher genau). Mit den dreien hatte ich soviel nicht zu tun, die Jungs sind ganz in Ordnung, insbesondere Dimitri und Sebastian (Sportstudent, war schon in Deutschland und geht bald wieder, diesmal Köln…den mochte ich eigentlich am liebsten). Julio, der Italiener, hat ein wenig die Weisheit mit Löffeln gefressen und mich erstmal zusammenstaucht, nachdem ich an einem Tisch Sekt eingeschenkt habe und das wohl gaaaaaaannnz falsch gemacht habe. Er muss es ja wissen, er hat schließlich in Italien Wein studiert! (was immer das auch heißen mag ;-)). Danach konnte ich mir auch ein Lachen nicht verkneifen als Richard ihn von der Bar weggejagt hat nach einem Totalversagen beim Bier einschenken :-). Den Job hatte ich dann inne. Nicht ohne Stolz behaupte ich, dass ich auf diesem Gebiet Einäugige unter den Blinden bin, selbst besser als Richard, der mir ewig erklären wollte, dass ja jedes Bier anders ist. Hat dann auch mit Argusaugen meine Feuerprobe beobachtet….und, peng, mir das Glas entwendet eh ich fertig war. „Sowas kann man doch nicht servieren, ist ja gar kein Schaum drauf, blablabla….“. Nachdem er mit dieser Ansprache fertig war, habe mir in aller Ruhe das Glas zurückgeholt, meinen Job beendet und ihm eine Schaumkrone gezaubert, dass ihm Hören und Sehen verging (wie ein innerer Parteitag, ich sag’s euch!). Danach hatte ich dann meine Ruhe und mein Platz hinter der Bar war sicher und wurde von Richard verteidigt, selbst wenn mich Eva aka „Der Chinesische Drache“ klammheimlich zu einem neuen Assidienst abgerufen hat. Jedesmal wenn Richard das mitkriegte, stand ich sofort wieder beim Bier und hatte ein relativ stressfreies Leben und Eva den Anschiss ;-). Die Stimmung unter den Angestellten, vielmehr zwischen Herren und Dienern, ist in jedem Fall unter aller Sau, wobei ich da wie gesagt ein wenig außen vor blieb und mehr beobachten konnte als selbst erleben. Aber wahrscheinlich provozierte gerade das auch ein wenig Missgunst der anderen (dabei meine ich insbesondere Julio, dessen italienischer Stolz nach der Bieraktion wohl gelitten hatte), die nur am Rennen waren. Alles ist ein lebendes Klischee! Von den Getränken, die ich einschenke, darf ich selbst nix trinken, nicht mal ne Limo oder so: uns ist Wasser vorbehalten (also ganz anders als im Cantina, njami, ich liebe deren frisch gepresste Säfte….). Zum Essen kann ich nicht viel sagen, die vorbeigetragenen Haxen sahen eigentlich ganz gut aus. Für uns gab es nach Dienstschluss Kartoffelbrei und Hühnerfrikassee, so hieß das zumindest. Liebe Leute zu Hause, deren Küche ich so schätze: Ihr hättet euch kaputt gelacht. Aber eigentlich hatte ich nix anderes erwartet. Man muss sich sicher doch dem Publikum anpassen und ich glaube, es ist auch recht schwierig, an Original-Zutaten ranzukommen. So tut es halt Maggi ;-). Naja wie auch immer, Eva hat mich dann nach Feierabend im Gehalt runtergestuft, obwohl was anderes ausgemacht war. Aber ich wollte mich auch nicht aufregen, letztendlich hatte ich doch einen um einiges leichteren Job als die Jungs. Ich kucke mir das nächste Woche wohl noch mal an und seh’ dann weiter. Ich weiß jetzt eben, dass es auch anders geht dank des Cantinas. Zumindest bin ich jetzt erstmal den Druck des Geldes los, die Jobs sind jetzt sicher: also festhalten und sich weiter - ganz entspannt - umschauen. Lieber wäre es mir, ich finde noch was unter der Woche, da das Cantina mich in erster Linie zu den Stoßzeiten (Samstag und Sonntag in der Früh) braucht, also auch am WE, was auf Dauer ziemlich anstrengend wird. Und unter der Woche dreh ich Däumchen L, sehr krasser Wechsel. Naja, genug davon, nur eins noch: Fotos Im Dirndl habe ich bisher noch nicht, aber es hängt hier im Schrank, werden also im Laufe der Woche nachgereicht. Morgen ist erstmal Kurzurlaub angesagt. Reiseplanung wurde eben beim Essen besprochen (ich habe für Kathy und mich gekocht, Nudelauflauf, was sonst ;-)) und sieht wie folgt aus: Fahren morgen recht zeitig los, da wir um zehn bei Freunden in deren Strandhaus erwartet werden. Dann weiter nach Byron Bay, Hostel suchen und ab zum Gegend erkunden. Bierchen an der Promenade und in die Heia. Dienstag besuchen wir noch kurz Debbie und Familie, die in der Gegend grad Urlaub machen und dann geht’s zurück. Wird bestimmt fetze, hab grad schon den Kamera-Akku geladen und werde gleich noch packen. Ich freu mich!
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1 Kommentar:
Hi becci
na, ich wusste, die sache mit dem bier, das musste ja einfach gut funktionieren.
Viel Spaß auf dem Kurztrip.
Bis bald, Aline
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